I. Einleitung
Wenn von der Europäisierung der Hochschulen oder schlicht dem Schlagwort „Bologna“ die Rede ist, so wird dieser Prozess meist wenig differenziert aufgefasst und beurteilt. Ihm wird alles Mögliche und Unmögliche zugerechnet, und die Bewertung schwankt - überspitzt gesagt - zwischen der wundersamen Genesung der Hochschulen von allen Leiden9 einerseits und dem Untergang der Universität und von Bildung schlechthin10 andererseits. Eine Abgrenzung zwischen Gemeinschaftsrecht, Bologna-Prozess und den autonomen hochschulpolitischen Entscheidungen der Mitgliedstaaten fehlt meist, so dass sich einerseits die nationale Hochschulpolitik hinter „Bologna“ verstecken kann, andererseits „Bologna“ zum Sündenbock für problematische Entwicklungen wird.

