Die Frage der Besteuerung von Dienstleistungen stellt international tätige Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Traditionelle Besteuerungskonzepte knüpfen Besteuerungsrechte an physische Präsenz- und Betriebsstätten. Aus Sicht vieler Staaten ist dieser Ansatz mit neuen Geschäftsmodellen nicht mehr vereinbar. Die mit internationalen Steuerfragen befassten Gremien der Vereinten Nationen arbeiten deshalb intensiv daran, neue Nexus-Regeln zu schaffen. Vor allem sollen den Staaten des Globalen Südens, die sich von der OECD nicht ausreichend vertreten fühlen, durch neue Nexus-Regeln mehr Besteuerungsrechte eingeräumt werden. Dieser Beitrag setzt sich einerseits mit den aktuellen abkommensrechtlichen Regeln der Dienstleistungsbesteuerung auseinander, wie sie sich aus dem aktuellen Musterabkommen der OECD und jenem der Vereinten Nationen ergeben. Andererseits wird ein kritischer Blick auf die Arbeit des Sachverständigenausschusses für internationale Zusammenarbeit in Steuerfragen geworfen, der von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Leben gerufen worden ist.

