Ein Jahrzehnt ist seit dem „langen Sommer der Migration“ des Jahres 2015 ins Land gezogen. Unvergessen bleibt Angela Merkels „Wir schaffen das“. Eine Aussage, die Lösung versprach und den Beginn einer kurzlebigen „Willkommenskultur“ einläutete: Nach anfänglicher Euphorie wurde die Aussage vielfältigen Deutungsversuchen und vermehrter Kritik unterzogen. Die spürbar breite Zustimmung zur Politik der (weitgehend) offenen Grenzen wich bereits nach wenigen Monaten der Sorge vor unbezwingbaren Herausforderungen im Migrations- und Integrationsmanagement und damit möglicherweise einhergehenden Konsequenzen, insbesondere im Bereich der Fiskal-, Sozial- und Sicherheitspolitik. Die positive Konnotation der „Willkommenskultur“ schwand, an ihre Stelle trat eine gänzlich andere Politik der Abschottung, Abschreckung und des Außengrenzschutzes.

