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Die neue Milchtrinkhalle

Brunnbauer1. AuflApril 2022

Als in den 1920er-Jahren die Nutzbarkeit des Türkenschanzparks für Kinder intensiviert werden sollte, errichtete 1926 die Stadt Wien ein Kinderfreibad. Das 1.140 Quadratmeter große Freibad umfasste ein Badebecken und eine hölzerne Umkleidehütte.5252Ohne Verfasser: Die Kinderfreibäder der Stadt Wien im Arenbergpark, am Margarethengürtel und im Türkenschanzpark [1926]. Der große Andrang bereits im ersten Jahr dürfte dazu geführt haben, dass die Niederösterreichische Molkerei eine „Milchtrinkhalle“ in der Nähe errichten wollte. Sie erhielt die Baubewilligung am 28. November 1927.5353Archiv Baupolizei, Aktenmappe EZ 2236, Aktenzahl B.A.Abt.XVIII/2692/1927. Das 30 Quadratmeter große, mit verputzten Holzriegelwänden versehene Rundgebäude des Architekten Erich Gschöpf, der „Hausarchitekt“ der Molkereigenossenschaft war, umfasste auch eine Sitzplatzfläche von 45 Quadratmeter im Freien. Das Magistratische Bezirksamt erteilte am 21. Mai 1928 Romeo Trost, dem damaligen Pächter des Café-Restaurants im Türkenschanzpark, die Konzession zum Betrieb der Milchtrinkhalle mit der Berechtigung, Milch, Sauermilch, Joghurt, Obers, Schlagobers, Rahm und Eismilchcreme in der Zeit vom 1. April bis 31. Oktober jeden Jahres verkaufen zu dürfen.5454Archiv Baupolizei, Aktenmappe EZ 2236, Aktenzahl M.B.A.XVIII/6358/1928. So konnte am 27. Mai 1928 das erste Mal die Milchtrinkhalle geöffnet werden.5555Schreiben der „Niederösterreichischen Molkerei, registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung“ vom 8. Dezember 1928 (Archiv Baupolizei, Aktenmappe EZ 2236). Heute befindet sich an der Stelle der einstigen Milchtrinkhalle das 1974 eröffnete „Buffet“, das – mehrmals erweitert und umgebaut – seit vielen Jahren als Café-Restaurant betrieben wird und das einzige Lokal im Park ist.

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