Der Klimawandel stellt eine der größten – auch sicherheitspolitischen – Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar und beeinflusst zunehmend die Mandate und Praxis von friedenserhaltenden Missionen der Vereinten Nationen. Seit 2017 wird in Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen explizit auf klimabedingte Risiken hingewiesen, vor allem im Hinblick auf deren Auswirkungen auf Sicherheit und humanitäre Situationen. Dieser Beitrag untersucht anhand des Mandats der United Nations Mission in the Republic of South Sudan (UNMISS) im Südsudan, inwieweit eine „klimabewusste“ Auslegung von Sicherheitsratsresolutionen notwendig ist. Eine kontextuelle, institutionelle und systemische Auslegung der Resolutionen ermöglicht es, die Verbindungen zwischen Klimawandel, Sicherheit und Frieden stärker zu berücksichtigen und langfristig nachhaltige Stabilität zu fördern. In diesem Sinne müssen Auswirkungen des Klimawandels nicht nur als Kontext, sondern auch als integraler Bestandteil der Mandatsauslegung verstanden werden, insbesondere wenn es um den Schutz von Zivilpersonen geht.

