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Nachhaltigkeit und Moore

EditorialProf. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Kahl , Ass. jur. Jakob RehderNR 2024, 334 Heft 4 v. 30.12.2024

Besonders erfolgversprechend sind Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die einerseits frei von Rebound-Effekten11Siehe Umweltbundesamt, 17. 9. 2019, https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/oekonomische-rechtliche-aspekte-der/rebound-effekte (15. 10. 2024). sind und andererseits multifunktionale – alle drei Nachhaltigkeitsdimensionen (Ökologie, Ökonomie, Soziales) betreffende – Synergien bereithalten. Ein besonders aktuelles, von der Politik in jüngerer Zeit (wieder)entdecktes Beispiel hierfür liefern die Moorflächen. Bei ihnen handelt es sich nicht (mehr) nur um naturbelassene Sümpfe, sondern überwiegend um aufwändig kultivierte Ökosysteme. Über ihre Funktion als Forst- und Agrarböden hinaus können sie wichtige Ökosystemleistungen erbringen. Moorflächen sind im naturnahen Zustand Lebensräume spezialisierter Arten, die raumeffektivsten CO2-Speicher des Planeten und über Jahrtausende zurückgehende Landschaftsarchive, im entwässerten Zustand aber auch für ca 7,5 % der deutschen22Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), Nationale Moorschutzstrategie, Kabinettsbeschluss vom 9. 11. 2022, 10. Laut Österreichischem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BML), Moorstrategie Österreich 2030+ (2022) 52, ist es wegen fehlender Daten nicht möglich, eine „abgesicherte Einschätzung der Treibhausgas-Freisetzung“ in Österreich abzugeben. Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Mit anderen Worten: Moore haben eine gesteigerte, da dreidimensionale Nachhaltigkeitsrelevanz und verdienen daher mit Recht die hoffentlich nicht nur aktuell, sondern längerfristig erhöhte Aufmerksamkeit von Politik und Gesetzgebung.

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