Der Überbelag in den österreichischen Justizanstalten ist evident. Er manifestiert sich in Problemen, die der Beitrag auflistet. Der Mangel an Haftplätzen und Vorschläge zur Haftvermeidung werden von manchen als Gefährdung der kriminalpräventiven Aufgaben der Rechtspflege wahrgenommen und der Gefängnisausbau als erforderlich betrachtet. Der Beitrag analysiert die Entwicklung der Haftzahlen und ihre Ursachen jenseits von Kriminalitätsentwicklungen. Dazu werden regionale und internationale Vergleichsstudien zur Strafenpolitik herangezogen und mit ihnen Haftzahlen vor allem als Produkt von politischen und Rechtskulturen sichtbar gemacht. Auf Kriminalität zu antworten und (subjektive) Sicherheit zu schaffen sowie (Haft-)Strafen zu vermeiden, sind gleichwertige kriminalpolitische Aufgaben, die für sich zu verfolgen sind und einander nicht widersprechen.

