Anlage 2
Führungsaufgaben in der Gesundheits- und Krankenpflege
QUALIFIKATIONSPROFIL
I. Leadership – Pflege: fachliches Führen
DIE ABSOLVENTIN / DER ABSOLVENT
- 1. ist in der Lage, die aktuelle Praxis der Pflege auf Fakten basierend kritisch zu hinterfragen, Schlussfolgerungen für das künftige Handeln zu ziehen und die Notwendigkeit des kritischen Hinterfragens zu vermitteln;
- 2. ist in der Lage, innovative Pflegevisionen/-philosophien/-leitbilder selbstständig zu entwickeln und nachhaltig in der Einrichtung zu implementieren;
- 3. ist in der Lage, wissenschaftlich fundierte personenzentrierte Versorgungsmodelle für spezielle Settings bzw. Zielgruppen selbstständig, letztverantwortlich und nachhaltig in der Einrichtung zu implementieren;
- 4. ist in der Lage, wissenschaftlich fundierte Konzepte der personenzentrierten Pflege für spezifische Zielgruppen, der Angehörigenarbeit und Patientenedukation selbstständig und nachhaltig im eigenen Funktionsbereich zu implementieren;
- 5. ist in der Lage, ein personenzentriertes Pflegeverständnis und die dahinterliegenden Werte und Haltungen zu vermitteln, zu argumentieren und sich verändernden Kontexten anzupassen;
- 6. ist in der Lage, Pflegestandards, pflegespezifische Leit- und Richtlinien evidenzbasiert zu entwickeln, kontinuierlich zu aktualisieren und nachhaltig in der Einrichtung zu implementieren;
- 7. ist in der Lage, evidenzbasierte Qualitätsindikatoren und Kennzahlen der Pflegequalität vorausschauend zu entwickeln und nachhaltig in der Einrichtung zu implementieren;
- 8. ist in der Lage, pflegespezifische Statistiken zu lesen, Kennzahlen zu interpretieren, auf deren praktische Relevanz zu prüfen und daraus Schlussfolgerungen für den eigenen Funktionsbereich zu ziehen;
- 9. ist in der Lage, Maßnahmen zur Verbesserung des Transfers pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse in die Pflegepraxis zur Stärkung der pflegefachlichen Position nachhaltig und letztverantwortlich in der Einrichtung zu implementieren;
- 10. ist in der Lage, auf Basis theoretischer Kenntnisse in Bezug auf Evidence-based Nursing und Implementierungsmodelle den Wissenstransfer im eigenen Funktionsbereich zu fördern und zu unterstützen;
- 11. ist in der Lage, vorausschauend Forschungsbedarf zu erfassen und Forschungskooperationen zu pflegespezifischen Themen aufzubauen;
- 12. ist in der Lage, auf Basis vertieften theoretischen Wissens in Sachen Pflege- und Versorgungssystemforschung Projekte zur Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Einrichtung zu initiieren, zu leiten und zu begleiten;
- 13. ist in der Lage, Prinzipien der Forschungsethik in pflege- und organisationsspezifischen Forschungsvorhaben zu berücksichtigen;
- 14. ist in der Lage, Maßnahmen zur Sicherung der Pflegequalität auf Basis des evidenzgestützten Pflegeprozesses selbstständig und letztverantwortlich durchzuführen;
- 15. ist in der Lage, Fallbesprechungen als Reflexions-, Lern- und Problemlösungsinstrument komplexer Pflegesituationen zu initiieren und zu moderieren;
- 16. ist in der Lage, auf Basis ethischer und rechtlicher Grundlagen die Verantwortung für die Qualität der Versorgung zu Pflegender im eigenen Funktionsbereich zu tragen;
- 17. ist in der Lage, auf Basis umfassender ethischer und rechtlicher Kenntnisse, insbesondere auch im Zusammenhang mit Gewaltprävention, die Verantwortung für die Qualität der Versorgung zu Pflegender in der Einrichtung zu tragen;
- 18. ist in der Lage, auf Basis von Kenntnissen der Indikatoren, Methoden und Instrumente zur Förderung der Patienten- und Mitarbeitersicherheit Maßnahmen zu initiieren und umzusetzen, die eine offene Sicherheitskultur sowie die Vermeidung von Fehlern und unerwünschten Ereignissen fördern;
- 19. ist in der Lage, auf Basis vertiefter Kenntnisse der berufsrechtlich relevanten Rahmenbedingungen der gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe in der interprofessionellen Arbeit den eigenen Verantwortungsbereich, den übertragenen Verantwortungsbereich, die jeweiligen Delegationsermächtigungen und die berufs-, sonstige zivil- und strafrechtliche Haftung zu beachten.
II. Leadership – Personal: Führen und Steuern auf Organisationsebene
DIE ABSOLVENTIN / DER ABSOLVENT
- 1. ist in der Lage, auf Basis eines vertieften theoretischen Wissens in den Bereichen Führungspsychologie, Führungsstile und Führungskonzepte Führungsaufgaben in Routine- und in nicht vorhersehbaren Situationen zu bewältigen;
- 2. ist in der Lage, das Führungsverständnis sowie die dahinterliegenden Werte und Haltungen zu vermitteln, zu argumentieren und sich verändernden Kontexten anzupassen;
- 3. ist in der Lage, führungs- und organisationsbezogene Entscheidungen faktenbasiert kritisch zu hinterfragen und daraus Schlussfolgerungen für das künftige Handeln zu ziehen;
- 4. ist in der Lage, auf Basis theoretischer Kenntnisse unterschiedliche Führungsverständnisse sowie die zugrundeliegenden Werte, Haltungen und Prinzipien zu erkennen, deren Bedeutung für die Führungspraxis zu reflektieren und daraus ein eigenes, situationsgerechtes Führungsverhalten abzuleiten;
- 5. ist in der Lage, Methoden des Selbst- und Zeitmanagements in ihrer Führungsfunktion anzuwenden und in nicht vorhergesehenen Situationen Prioritäten zu setzen;
- 6. ist in der Lage, Personalentwicklungsmaßnahmen – von der Personalwerbung über die Karriereplanung und die innerbetriebliche Fortbildung bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses – für die Einrichtung zu entwickeln, gestalterisch einzusetzen und verändernden Kontexten anzupassen;
- 7. ist in der Lage, auf Basis theoretischer Kenntnisse der Personalentwicklung Maßnahmen für den eigenen Funktionsbereich nachhaltig zu implementieren;
- 8. ist in der Lage, das Potenzial von Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern sowie Auszubildenden einzuschätzen und für eine zielorientierte Entwicklung zu nutzen;
- 9. ist in der Lage, Mitarbeiterorientierungsgespräche letztverantwortlich zu führen und daraus Maßnahmen abzuleiten und umzusetzen;
- 10. ist in der Lage, Mitarbeiterbeurteilungen letztverantwortlich vorzunehmen und daraus Maßnahmen abzuleiten und umzusetzen;
- 11. ist in der Lage, Konfliktgespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu führen und kreative Lösungen zu entwickeln;
- 12. ist in der Lage, Teamentwicklungsmaßnahmen zu initiieren und zu begleiten;
- 13. ist in der Lage, das Team im eigenen Funktionsbereich zu motivieren, ihm Feedback zu geben und es in der Eigenverantwortung zu fördern;
- 14. ist in der Lage, die Notwendigkeit des Wandels und des kritischen Hinterfragens der aktuellen Praxis zu vermitteln;
- 15. verfügt über die Fähigkeit, Mitarbeitende für die Bedeutung von Klima- und Umweltveränderungen für die Gesundheit der Bevölkerung zu sensibilisieren;
- 16. ist in der Lage, selbstständig Arbeitsgruppen zu initiieren sowie zu leiten und die Expertise von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zielführend zu nutzen;
- 17. ist in der Lage, innovative Maßnahmen des Diversity-Managements sowie des Gewaltschutzes selbstständig, letztverantwortlich und nachhaltig in der Einrichtung zu implementieren;
- 18. ist in der Lage, Gruppen und Teams auf Basis theoretischer Kenntnisse des Diversity-Managements sowie des Gewaltschutzes zu führen;
- 19. ist in der Lage, auf Basis vertiefter theoretischer Kenntnisse der Personalbedarfsplanung und Delegationssysteme einen qualitätssichernden Skill-and-Grade-Mix nachhaltig zu implementieren und verändernden Kontexten anzupassen;
- 20. ist in der Lage, familienfreundliche und lernfördernde Arbeitszeitmodelle in der Einrichtung zu implementieren und den verändernden Kontexten anzupassen;
- 21. ist in der Lage, auf Basis theoretischer Kenntnisse des Skill-and-Grade-Mix und anhand fachlich fundierter Delegationssysteme die Dienstplanung im eigenen Funktionsbereich qualitätssichernd zu gestalten;
- 22. ist in der Lage, Dienstzeiten im eigenen Funktionsbereich prozess- und mitarbeiterorientiert zu gestalten und in nicht vorhersehbaren Situationen kreative Lösungen zu entwickeln;
- 23. ist in der Lage, im interprofessionellen Kontext ein Gesundheitsförderungskonzept sowie ein Gewaltschutzkonzept für die Einrichtung zu entwickeln und nachhaltig zu implementieren;
- 24. ist in der Lage, Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung im eigenen Funktionsbereich selbstständig und nachhaltig zu implementieren.
III. Management – Organisation: Steuern auf Organisationsebene
DIE ABSOLVENTIN / DER ABSOLVENT
- 1. ist in der Lage, strukturiert mit anderen Führungskräften der Einrichtung zusammenzuarbeiten und unternehmerisch zu agieren;
- 2. ist in der Lage, in der interprofessionellen Zusammenarbeit eine Vision und Strategie zu entwickeln und nachhaltig in der Einrichtung zu implementieren;
- 3. ist in der Lage, systematisch die mono- wie interprofessionelle Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Einrichtung voranzutreiben;
- 4. ist in der Lage, auf Basis vertiefter theoretischer Kenntnisse zum Qualitätsmanagement evidenzbasierte organisationsspezifische Qualitätsindikatoren und Kennzahlen in interprofessioneller Zusammenarbeit zu entwickeln, nachhaltig in der Einrichtung zu implementieren und verändernden Kontexten anzupassen;
- 5. ist in der Lage, Dienstleistungs- und Steuerungsprozesse personenorientiert zu entwickeln, nachhaltig zu implementieren und verändernden Kontexten anzupassen;
- 6. ist in der Lage, auf Basis umfassender Kenntnisse innovativer Pflegekonzepte architektonische und infrastrukturelle Anforderungen zu formulieren und aktiv in die Entscheidungsfindung einzubringen;
- 7. ist in der Lage, adäquate Informationen (Statistiken, Kennzahlen) zur Planung und Steuerung des eigenen Funktionsbereichs einzuholen, auf deren praktische Relevanz zu prüfen und einzusetzen;
- 8. ist in der Lage, auf Basis umfassender theoretischer Kenntnisse und in der interprofessionellen Zusammenarbeit und kulturellen Sicherheit Organisationsentwicklungs- und Veränderungsmaßnahmen für die gesamte Einrichtung zu planen und nachhaltig zu implementieren;
- 9. ist in der Lage, ein Veränderungsprojekt im eigenen Funktionsbereich selbstständig zu planen, zu leiten und zu koordinieren;
- 10. ist in der Lage, auf Basis theoretischer Kenntnisse in Bezug auf organisatorische Funktionen und Beziehungssysteme sowie Aufbau- und Ablauforganisation den eigenen Funktionsbereich auf operationaler Ebene zu gestalten;
- 11. verfügt über die Fähigkeit, die Bedeutung von Klima- und Umweltveränderungen für die Gesundheit der Bevölkerung strategisch zu erfassen und die Rolle der Pflege im globalen Gesundheitskontext als integralen Bestandteil einer nachhaltigen, resilienten Organisationsentwicklung zu verankern;
- 12. ist in der Lage, Pflegeorganisationsmodelle selbstständig und nachhaltig im eigenen Funktionsbereich zu implementieren;
- 13. ist in der Lage, in interprofessioneller Zusammenarbeit innovative Maßnahmen zur Patienten- und Mitarbeitersicherheit und zum Risikomanagement zu entwickeln und nachhaltig zu implementieren;
- 14. ist in der Lage, in der interprofessionellen Zusammenarbeit ein einrichtungsspezifisches Wissensmanagement aufzubauen und verändernden Kontexten anzupassen;
- 15. ist in der Lage, den Bedarf an Betreuung und Pflege in der Einrichtung zu erfassen und eine gerechte Verteilung knapper Ressourcen auch in nicht vorhersehbaren Situationen sicherzustellen;
- 16. ist in der Lage, vorausschauend den gesamtorganisatorischen Bedarf an materiellen Ressourcen für die Pflege zu erfassen, sicherzustellen und in nicht vorhersehbaren Situationen diesbezüglich kreative Lösungen zu entwickeln;
- 17. ist in der Lage, auf Basis vertiefter theoretischer Kenntnisse der Finanzierungs- und Budgetierungsmodelle deren Auswirkungen auf den Bereich der Pflege zu verstehen und daraus Maßnahmen für die Einrichtung abzuleiten;
- 18. ist in der Lage, finanzielle Ergebnisse der Organisation zu analysieren, um Effizienzsteigerungen zu erreichen und Best Practices in allen Pflegebereichen umzusetzen;
- 19. ist in der Lage, einen Ressourcen- und Budgetplan für den eigenen Funktionsbereich zu erstellen;
- 20. ist in der Lage, die Anforderungen an IT-Systeme und an Neuerungen im Bereich der Digitalisierung auf deren praktische Relevanz zu prüfen, diese nachhaltig in der Einrichtung zu implementieren und verändernden Kontexten anzupassen;
- 21. ist in der Lage, IT-gestützte Systeme zur Pflegedokumentation und Dienstplanung sowie Neuerungen im Bereich der Digitalisierung im eigenen Funktionsbereich nachhaltig zu implementieren und notwendigen Veränderungsbedarf in diesem Bereich zu erkennen.
IV. Gesundheitssystem: Beraten der Politik
DIE ABSOLVENTIN / DER ABSOLVENT
- 1. ist in der Lage, auf Basis vertiefter theoretischer Kenntnisse der demografischen und epidemiologischen Entwicklungen deren Konsequenzen für die Pflege zu reflektieren und daraus vorausschauend Maßnahmen für die Einrichtung abzuleiten bzw. anhand dessen neue Handlungsfelder der Pflege zu erschließen;
- 2. ist in der Lage, auf Basis theoretischer Kenntnisse in den Bereichen Demografie und Epidemiologie Implikationen für den eigenen Funktionsbereich ableiten zu können;
- 3. ist in der Lage, auf Basis vertiefter theoretischer Kenntnisse in puncto Public Health relevante Schlussfolgerungen zu ziehen und daraus vorausschauend Maßnahmen für die Einrichtung abzuleiten bzw. anhand dessen neue Handlungsfelder der Pflege zu erschließen;
- 4. ist in der Lage, auf Basis theoretischer Public-Health-Kenntnisse Implikationen für den eigenen Funktionsbereich ableiten zu können;
- 5. ist in der Lage, auf Basis vertiefter theoretischer Kenntnisse der Gesundheitsökonomie Schlussfolgerungen für die Einrichtung zu ziehen;
- 6. ist in der Lage, organisations- und arbeitsrechtliche Grundlagen zur Steuerung der Organisation und zur Schaffung von Sicherheit in der alltäglichen Praxis und in nicht vorhersehbaren Situationen heranzuziehen;
- 7. ist in der Lage, auf Basis theoretischer Kenntnisse der aktuellen management- und pflegerelevanten Rechtsgrundlagen den eigenen Funktionsbereich zu führen;
- 8. ist in der Lage, nach organisationsethischen Standards in alltäglichen und in nicht vorhersehbaren Situationen zu handeln;
- 9. ist in der Lage, auf Basis vertiefter Kenntnisse des österreichischen Gesundheitssystems zu geplanten Neuerungen Stellung zu beziehen und vorausschauend zu planen;
- 10. ist in der Lage, die Pflege als Profession und gleichberechtigte Partnerin innerhalb der Gesundheitsberufe nach innen und nach außen zu vertreten;
- 11. ist in der Lage, Veränderungsprojekte und Best-Practice-Beispiele des eigenen Funktionsbereichs nach außen hin zu präsentieren;
- 12. ist in der Lage, gesundheitspolitische Gremien zu beraten;
- 13. ist in der Lage, Strukturen zur Sicherung der fachlichen Kontinuität der Pflege über die Einrichtung hinaus zu schaffen.
Schlagworte
Qualitätssicherung, Gesundheitspflege, Leitlinie, Pflegeforschung, Reflexionsinstrument, Lerninstrument, Patientensicherheit, Routinesituation, Selbstmanagement, Klimaveränderung, Dienstleistungsprozess, Organisationsentwicklungsmaßnahme, Aufbauorganisation, Patientensicherheit, Finanzierungsmodell, Ressourcenplan
Zuletzt aktualisiert am
26.06.2026
Gesetzesnummer
20013201
Dokumentnummer
NOR40278671
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