Rechtssatz
Das Zweifragenschema (Hauptfrage auf die Anklagetat und Eventualfrage in Richtung des Vergehens nach § 287 StGB - ohne Stellung einer Zusatzfrage in Richtung des § 11 StGB) kann dann als hinreichend angesehen werden, wenn kein Anhaltspunkt dafür besteht, daß der Angeklagte die Tat im Zustand unverschuldeter voller Berauschung begangen hätte (siehe Gebert-Pallin-Pfeiffer Entscheidung Nr 57 zu § 314 StPO).
| 13 Os 6/72 | OGH | 10.02.1972 |
Veröff: EvBl 1972/216 S 412 |
| 13 Os 69/72 | OGH | 15.11.1972 |
Abweichend; Beisatz: Das Zweifragenschema kann ... regelmäßig dann als hinreichend angesehen werden (die Entscheidung nimmt in diesem Zusammenhang auch auf die Niederschrift nach § 331 Abs 3 StPO Bezug). (T1) Veröff: EvBl 1973/100 S 218 |
| 10 Os 61/80 | OGH | 28.05.1980 |
Vgl; Beisatz: Selbst in diesen Fällen kann aber lediglich das "Dreifragenschema" einzig und allein als richtig angesehen werden (entgegen Foregger-Serini, StPO 2.Auflage, § 314, Erläuterung II). (T2) |
| 10 Os 147/80 | OGH | 16.12.1980 |
Vgl; Beis wie T2; Veröff: SSt 51/59 |
| 13 Os 185/81 | OGH | 15.04.1982 |
Vgl auch; Beisatz: Das Dreifragenschema ist nur dort geboten, wo durch eine zwischen Hauptfrage und Eventualfrage eingeschobene Zusatzfrage den Geschwornen die Möglichkeit eröffnet werden soll, eine schuldausschließende volle Berauschung anzunehmen. Wenn aber kein Anhaltspunkt hierfür besteht, ist das Zweifragenschema hinreichend und auch angemessen. (T3) Veröff: EvBl 1982/181 S 578 = RZ 1982/64 S 245 |
| 9 Os 24/86 | OGH | 16.04.1986 |
Vgl auch; Beisatz: Grundsätzlich jedoch Dreifragenschema geboten. (T4) |
Dokumentnummer
JJR_19720210_OGH0002_0130OS00006_7200000_002
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